Einmal mit Profis arbeiten

Windows10abstract Desktop c Microsoft/Wikipedia

Von Microsoft – Microsoft Windows 10 build 10586, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45697510

 

Nach Wochen oder gar Monaten musste ich doch mal wieder ein Windows 10 bemühen. Leider wird für einen speziellen Drucker kein Linux-Treiber zur Verfügung gestellt.

Nun gut. Nach dem Boot den Drucker angeschlossen, wohlgemerkt “nach” dem Boot. Denn auch nachdem ein Supportmitarbeiter fast 2 Stunden via Teamviewer auf den PC “herumgegurkt” war, konnte er nicht ermitteln, weshalb der Drucker nur einmal zu funktionieren schien: Nach der Neuinstallation von Windows 10. Dass Windows 10 offenbar nicht korrekt mit USB-3 arbeitet wenn ein Gerät beim booten daran ansgeschlossen ist, habe ich allerdings selbst herausgefunden…

..nun denn, ich wollte frisch ans Werk um ein paar Druckaufträge zu erledigen. Nachdem ich dem Drucker das erste mal Nachschub lieferte meldete sich Windows, es hätte da ein paar Updates, dies müsse mich aber nicht kümmern, “wir erledigen das im Hintergrund”. Wer mit “wir” gemeint war, erschloss sich mir aus der Mitteilung nicht. Jedoch merkte ich bald, dass sie sich selber wohl nicht ganz so ernst nahmen, denn es dauerte nicht lange, da stellten “sie” ein Ultimatum: Der Rechner müsse neu gestartet werden! Es lief eine Uhr von 20 Minuten rückwärts. Ein blauer Button trug die Aufschrift “Jetzt neu starten”. Für Sehbehinderte so gut wie unleserlich entdeckte ich dann aber die anklickbare Schrift “Später erinnern”. Also wählte ich “Später erinnern”.

Aber auch dies nahmen “wir” wohl nicht wirklich ernst! Als ich nach einiger Zeit nach dem Ergebnis meines Druckauftrages schauen wollte hatte es “uns” wahrscheinlich zu lange gedauert und “wir” haben den Countdown wohl wieder angeworfen. Jedenfalls wartete der Rechner mit ubuntu auf mich. “Wir” hatten wahrscheinlich damit gerechnet, die Einzigen auf dem System zu sein und der erforderliche Neustart führte nicht in Windows sondern in ubuntu. Selber schuld dachte ich, warum habt “ihr” nicht auf mich gewartet und mich später erinnert, wie “ihr” es versprochen hattet. Aber ich bemühe mich doch um Genügsamkeit, leben und leben lassen dachte ich mir und fuhr ubuntu herunter, um Windows neu zu starten. Jedenfalls dachte ich, das könnten “wir” gemeint habt um die “Updates abzuschließen”, im Hintergrund natürlich, wie “wir” es versprochen hatten.

Aber nun wurde ich mit einem blauen Bildschirm begrüßt. “Man hätte noch einiges zu tun und der PC müsse mehrere male neu gestartet werden.” Aha, wie war das mit “wir” erledigen das im Hintergrund”? Meine Druckaufträge waren noch nicht abgearbeitet, aber der Drucker war zur Untätigkeit verurteilt! Da es mir dann doch zu lange dauerte, begab [ich] mich nun in den “Hintergrund”, vielleicht arbeiten “wir” ja dann schneller, dachte ich…

Als ich diesmal zum Rechner zurückkehrte wurde ich allerdings von einem schwarzen Bildschirm begrüßt. Das bedeutet nichts gutes, schwante mir sofort. “No such partition”. Sozusagen der Supergau, kein Boot mehr möglich, weder in ubuntu noch in Windows. Was hatten “wir” nun im “Hintergurnd” erledigt, hätte ich gern gefragt, aber “wir” waren etwas Wortkarg.

“Sie” hatten offenbar, ohne sich darüber zu informieren, ob es noch andere Gäste auf dem PC gibt, den Masterbootrecord verändert und es versäumt, dies dem Bootmanager mitzuteilen, oder wenigstens erst einmal zu fragen, ob “wir” diese Änderung durchführen dürfen. Aber vielleicht war es das, was mit “im Hintergrund” gemeint war…

Also nahm ich die Windows-CD zur Hand und reparierte den Fehler, was schneller ging als ich dachte. Nun hoffte ich den Drucker wieder beschäftigen zu können. Aber weit gefehlt, “wir” waren wahrscheinlich eingeschnappt und wechselten das Blau des Bildschirmes in verschiedenen Helligkeitsstufen. Man “hätte immer noch etwas zu erledigen” oder so ähnlich teilten “wir” mit. Immerhin zeigten “sie” jetzt, dass sie auch die Prozentrechnung anzuwenden verstanden. Als der Prozentwert die 90 überschritten hatte, ertappte ich mein Herz dabei, dass es den Puls erhöhte. Tatsächlich wurde die 100 erreicht und ich wähnte mich am Ziel. Aber ich hatte nicht mit “ihnen” gerechnet. “Sie” meinten, mich mit Abfragen beschäftigen zu müssen, welche ich bereits bei der Installation beantwortet hatte. “Wir” hatten offenbar kein gutes Gedächtnis, z.B. merkten “wir” uns nicht, dass ich auf Cortana verzichtet hatte und der zahlreichen Datenübertragungen widersprochen, die nur zu meinem Besten seien. Dass “wir” noch mehr im “Hintergund” verändert hatten, es aber nicht für nötig hielten darüber zu informieren zeigte sich, als ich z.B. die Deaktivierung des Hibernatemodus überprüfte. Das gelang mir jedoch erst, nachdem “wir” unter Beweis gestellt hatten, dass “wir” das Thema variieren können, gemäß dem Motto von ikea, McDonaldS & Co.: “Gleich am Ziel” oder “Bald geschafft” und mit Redewendungen dieser Art raubten “sie” mir weiter die Zeit.

Einmal mit Profis arbeiten, kann man da nur sagen. Oder mal schauen, wie das Ehrenamtliche, Freiberufler und natürlich auch Profis im Open Source Bereich machen, wo “Neustart verschieben” auch Neustart verschieben bedeutet und wo man ohne herumsuchen zu müssen detailliert darüber informiert wird was an Updates ansteht und ob ich sie installieren möchte.

Grafik Wikipedia:Von Microsoft – Microsoft Windows 10 build 10586, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45697510

2 Responses to “Einmal mit Profis arbeiten

  • Deswegen: Windows nur in VirtualBox. Da kann können “sie” vor sich hin wursteln und ich kann solange produktiv sein mit dem Ubuntu drum herum. Doof natürlich, dass sowas wie Drucker und andere Hardware sich schlecht nach VirtualBox weiterreichen lassen. Schon muss man sich wieder einen Rechner ausborgen, wenn man auch nur sein Navi updaten will…

    • Jörg Sorge
      3 days ago

      Ja! In den letzten ca. 7 Jahren habe ich Windows so selten benötigt, dass ich es meist nur in einer VB benutzt habe. Auch für den hier geschilderten Anwendungsfall des fehlenden Drucker-Treibers für Linux. In der VB hatte ich zuerst das Problem, dass der Drucker nur “einmal” zu funktionieren schien. Ich “schob” das auf die VB und dachte es gäbe möglicherweise ein Problem bei der USB-Bridge. Nach der “nativen” Windowsinstallation zeigte sich dasselbe Problem wieder. Ich gehe inzwischen davon aus, dass es an dem “Umgang” von Windows mit USB-3 liegt…

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *